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Wissen tun wir nicht viel, …

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…Glauben ist viel, viel wertvoller.“...so Rudolf Taschner, ein Popstar der Mathematik, und am Mittwoch, dem 15. Februar zu Gast bei den Altpiaristnern. Der Andrang war sogar so groß, dass in den Calasanzsaal übersiedelt werden musste.

Rudolf Taschner referierte etwa eine Stunde über die Kunst der Mathematik und stellte sein neues Buch „Woran glauben – 10 Angebote für aufgeklärte Menschen“ vor. Danach gab es noch Zeit für interessante und anregende Fragen und die Möglichkeit, das eigene Buch signieren zu lassen. Rudolf Taschner schafft es mit viel Geschick, die komplexe Materie der Mathematik und der Philosophie nicht nur zu verknüpfen, sondern auch nachvollziehbar und mit viel Witz für den Laien zu erklären.

Sein Buch hat er in 10 Kapitel unterteilt, worin er auf Themengebiete wie Zufall, Schicksal, Natur, Aberglaube, Kosmos oder Götter näher eingeht. So vergleicht er zum Beispiel die verrückte Götterwelt der alten Griechen mit den „Desperate Housewives“. „Diese sterben auch nicht aus – eine Staffel jagt die andere!“

Ein weiteres großes Thema widmet er dem Spiel mit dem Glück durch den Zufall, und wie die statistischen Chancen stehen, à la Casino eine große Geldmenge damit zu verdienen. „Man braucht den Zufall. Dieser ist in unserer Hand, das Schicksal allerdings nicht. Ob man daran glauben mag, ist eine andere Sache“ meinte der eloquente Professor.

Der Begriff Glaube spielte während dem Vortrag ebenfalls eine essentielle Rolle. Der Glaube an die Kirche ist ein großer Unterschied zum Glauben an die Gemeinschaft, oder zum Glauben an sich selbst. Auch Gott zu beweisen sei uninteressant, aber warum und in welchen Ausmaß daran geglaubt wird, ist die spannende Frage. „Die Chinesen, zum Beispiel, glauben an die Magie der Zahl „Acht“ und zahlen mehr Geld für eine Telefonnummer, in der diese Ziffer vorkommt“ schmunzelte Taschner und zitierte dann auch Nils Bohr, einen herausragenden Physiker. Der meinte einst auf die Frage, ob er denn aus Aberglaube ein Hufeisen über der Türe hätte: „Nein, ich glaube natürlich nicht daran, aber ich habe mir sagen, es bringt auch denen Glück, die nicht daran glauben.“

Ob Rudolf Taschner selbst abergläubisch ist, hat er nicht verraten. Er will seinen Zuhörern allerdings Fragen über dieses und viele weitere Themen in den Kopf setzen, die sie zum intensiven Weiterdenken anregen. Sein Wunsch ist es einen Fußabdruck in der Geschichte zu hinterlassen, und dieses Ziel – das war spätestens allen Teilnehmern nach dem Abend klar – wird er ohne Probleme erreichen.

LK

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