, Günter Braun

Wehrhaft?

Diskussion zur Landesverteidigung

Es heißt schon in Schillers Wilhelm Tell „Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt!“. Was bedeutet der Krieg in Europa für uns in Österreich, was bringt uns die Neutralität? Und gibt es eine konkrete Gefährdungslage in Europa, obwohl sie von manchen nicht gesehen oder geleugnet wird? Denn wir haben einen „bösen Nachbarn“ im Osten und auch im Westen einen zumindest unberechenbaren „Feindfreund“, dem ein „Deal mit Putin“ wichtiger zu sein scheint, als die Interessen seiner EU- und Natoverbündeten.

Der überraschende Wintereinbruch hat die Anzahl der Interessierten etwas reduziert, aber gerade wegen der relativ geringen Zuhörerzahl hat sich der Abend noch informativer gestaltet, denn es war schon während des Vortrags von Herrn Hauptmann Bilban die Möglichkeit zu Fragen und Diskussion möglich, worauf der Vortragende ad hoc eingegangen ist. So ergab sich teilweise ein anregendes Zwiegespräch in dem Publikumsmeinungen auch direkt einbezogen werden konnten.

Wir wurden wieder daran erinnert, dass die „Militärische Landesverteidigung“ im engeren Sinn nur ein Aspekt ist und sein kann, dass aber der „Geistigen Landesverteidigung“ und vor allem der „funktionierenden Gesellschaft“ Bedeutung zukommt. Die sozialen Einrichtungen und ihr Funktionieren sind mindestens ebenso wichtig wie das Bundesheer. Und letzten Endes steht jeder Staat im Aggressionsfall für sich allein – mag er nun neutral oder Nato-Mitglied sein.

Jedenfalls konnten wir am Ende in dichtem Schneetreiben in der Gewissheit nach Hause gehen, dass sich der Abend gelohnt hat. Ob sich eine Wiederholung – eventuell auch mit der Zielgruppe Lehrer und Schüler - anbieten würde? Herr Hauptmann Bilban hat jedenfalls seine Bereitschaft dazu grundsätzlich angeboten.