, Herbert Dobrovolny

Zwischen Olympia und WM

Aus dem Leben eines Reporters

Zwischen den Skirennen in Bormio und Garmisch nahm er sich Zeit, um über sein Leben und seine Erlebnisse zu plaudern und Fragen zu beantworten: der ORF-Sportkommentator Oliver Polzer, MJg 1991.
Am Beginn stellte ihm Herbert Dobrovolny eine „Sportreporter-Frage“, die Oliver „typisch“ beantwortete und dann mit statistischen Zahlen aus seinem Leben überraschte:

Oliver Polzer zog auch eine sehr persönliche Bilanz über seine Schulzeit am BG8:
Nach 1809 Wochen und drei Tagen seit meiner Matura heute wieder in die Schule zu kommen, war eine emotionale und gute Erfahrung für mich. Und ich weiß auch, dass ich in dieser wunderbaren Schule meine Grundlage bekommen habe. Hier konnte mir zwar niemand sagen, was ich einmal beruflich machen werde, aber meine Grundausbildung in Allgemeinwissen, Menschlichkeit und Auftreten habe ich hier im Piaristengymnasium bekommen“.

Er erzählte von seinen Anfängen in der Sportredaktion und dem ORF-Assessment-Center, zu dem er anfangs nicht gehen wollte, sich dann aber doch „stellte“ und Rang zwei belegte. „Ich hab‘ nie geträumt von diesem Job, aber ich habe einen Traumjob bekommen“.
Die Freude an der Tätigkeit wurde auch nicht durch das manchmal schroffe Feedback seines ersten Sportchefs gemindert. Elmar Oberhauser war bekannt und gefürchtet für seine emotional heftigen Reaktionen, die sich aber im weiteren Gesprächsverlauf oft in Wohlgefallen auflösten.

Polzer schilderte die oft eher suboptimalen Unterkünfte, in denen Berichterstatter bei Großereignissen leben müssen. In Bormio war es Schimmel an den Wänden und in Sotchi täglich wiederkehrender Baustellenstaub. Und er zeigte, wie er sich für seine Übertragungen vorbereitet – mit einem dicken A4-Notitz-Buch, in dem alles notiert wird , was er so braucht.
   
Publikumsfragen drehten sich um sein Verhältnis zu Hans Knauß („Der Begriff der ‚Winterehe‘, die ich mit ihm führen würde, kommt von meiner Frau, die dann auch gesagt hat, dir ist nur wichtig: Hauptsache blond!“), um die Wechselwirkung von Politik und Sport („Na, selbstverständlich wird der Sport instrumentalisiert, aber das ist kaum zu verhindern. In den letzten Jahren gab es einige olympische Spiele, die sehr seltsam waren, ehrlicherweise“) oder um die Umstände bei der kommenden Fußball-WM („Natürlich gibt es immer Skandale und Diskussionen um Ticketpreise, Einreise, etc. Speziell Amerika wird interessant, weil man nie weiß, was der Mann dort macht… Aber ich glaub trotzdem, dass die WM gut wird. Denn was die Amerikaner können, ist Show. Und es wird sicher eine riesige Show“).

Die fast 70 anwesenden Schüler/-innen und Altpiaristner/-innen erlebten einen informativen und unterhaltsamen Abend, der sich durch die persönlichen Einblicke in das Leben von Oliver Polzer auszeichnete.