Einmal im Jahr begeistert sie bei der Altpiaristner Berufsorientierungsmesse die interessierten Schüler. Nun rettete sie das historische Musikarchiv im Wiener Stephansdom

Sie ist eigentlich keine Altpiaristnerin - aber sie steht dem Verein und der Schule sehr nahe - die Musikwissenschaftlerin Elisabeth Hilscher von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Seit zwei Jahren schildert sie bei der Berufsorientierungsmesse im Gymnasium ihren Beruf, um nicht zu sagen ihre "Berufung" in mitreissenden Schilderungen. In der Abteilung Musikwissenschaft und der Arbeitsgruppe "Edition und Dokumentation" der Österreichischen Akademie der Wissenschaften stellt sie ihre Kompetenz seit Jahren unter Beweis.
Und beim Weihnachtsevent im Dezember 2018 untestütze sie den Chor mit ihrer Stimme.

Nun hat sie - gemeinsam mit etwa 20 ihrer Studierenden von der Universität Wien - in monatelanger Arbeit tausende Notenblätter gerettet.
Ein tropfender Wasserhahn hatte lange Zeit unbemerkt die im Archivraum im 4. Stock gelagerten historischen Bestände der Dommusik durchfeuchtet. Mehrere Zentimeter Wasser hatten sich am Boden angesammelt. Mit Schimmelflecken, verwaschener Tinte und gewelltem Papier präsentierten sich die historischen Noten bei der ersten Bergung, Pfarre wie auch Expert/innen gingen von unrettbaren Schäden aus.
Nun wurden die Sicherungsmaßnahmen erfolgreich abgeschlossen und ORF-WIEN Heute berichtete über diese Aktion:

 

Dank einer Zusammenarbeit der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) mit der Universität Wien und dem Domarchiv der Pfarre St. Stephan konnte nach dem vollständigen Trocknen das Notenmaterial wieder aufbereitet werden. Studierende der Universität Wien arbeiteten unter der Leitung von ÖAW-Musikwissenschaftlerin Elisabeth Hilscher im Rahmen einer Lehrveranstaltung zwei Semester lang an der Sanierung der historischen Quellen, die fachlich begutachtet, professionell gereinigt, dokumentiert und katalogisiert wurden. Damit können alle Musikalien in Kürze an ihren neuen Platz im Domarchiv gebracht werden, wo sie fachgerecht verwahrt und wieder für Forschung und Musikpraxis zugänglich gemacht werden.

Video der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW):
Video: Historisches Musikarchiv im Stephansdom nach Wasserschaden vollständig gerettet